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Wie entsteht Diabetes?

Vererbung, Lebensstil und Umwelteinflüsse

Wenn eine Person an Diabetes erkrankt, wird die Nahrung wie gewohnt gespalten und auch Glukose produziert. Der Blutkreislauf transportiert die Energielieferanten zu den Körperzellen. Dort besteht jedoch entweder ein Problem mit der Menge des von der Bauchspeicheldrüse hergestellten eigenen Insulins oder aber mit dessen Wirkung.

Fehlt dem Körper Insulin aufgrund einer krankhaften Zerstörung der insulin-produzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse - auch Beta-Zellen genannt - gelangt zu wenig, im Extremfall sogar keine Glukose in die Zellen. Nach dem Essen bleibt der Blutzucker erhöht, denn den Gehirn- und Muskelzellen fehlt Insulin als Schlüssel, um die Zellmembranen für die Energiezufuhr aufzuschließen. Starker Durst, häufiges Wasserlassen (Harndrang), rasanter Gewichtsverlust und eine nachlassende körperliche und geistige Leistungsfähigkeit sind deutliche Anzeichen für einen sich rasch entwickelnden Typ-1 Diabetes.
Grund für den starken Harndrang ist eine erhöhte Zuckerkonzentration im Urin. Um diese Konzentration auszugleichen mischt der Körper vermehrt Wasser in den Urin, was wiederum ursächlich für den übermäßigen Durst ist. Weil der aufgenommene Zucker nicht in die Körperzellen gelangt, kommt es häufig zu einer enormen Gewichtsabnahme, da die benötigte Energie aus den Fettreserven gewonnen wird. Das Schwächegefühl ist ebenfalls auf Zuckermangel zurückzuführen, da Zucker für die Hirnleistungen von entscheidender Bedeutung sind.

Es wird davon ausgegangen, dass es auf Basis einer genetischen Veranlagung auslösende Faktoren gibt, vor allem Virusinfektionen, eventuell auch Ernährungsfaktoren. Diese führen über eine fehlgeleitete Immunreaktion zur Zerstörung der körpereigenen insulinproduzierenden Zellen. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von einer Autoimmunerkrankung. Bei Typ-2 Diabetes wiederum sprechen die Körperzellen genetisch bedingt sowie in Folge von Übergewicht, Fehlernährung und Bewegungsmangel weniger auf Insulin an.

Von einer unzureichenden Wirkung zur Insulinresistenz

Von einer unzureichenden Insulinwirkung sind oft stark übergewichtige Menschen mit einem Body-Mass-Index über 30 betroffen. Zuviel Nahrung wird in Fett umgewandelt und gespeichert. Fettzellen spielen bei der Entstehung des Typ-2 Diabetes vermutlich eine ganz wesentliche Rolle, deren Bedeutung erst in den letzten Jahren zunehmend klar geworden ist. Sie speichern nicht nur überschüssige Energie als Folge einer zu hohen Nahrungszufuhr, sondern bilden selbst viele Substanzen und schütten sie in den Blutkreislauf aus. Dazu gehören Hormone, die in ihrer Wirkung dem Insulin entgegenwirken, die Verwertung des Blutzuckers im Körper stören und somit praktisch eine Insulinresistenz auslösen.

Tückischer Kreislauf

Die Bauchspeicheldrüse wiederum versucht, die Minderwirkung durch ein "Nochmehr" an Insulin auszugleichen. Über viele Jahre haben diese Personen daher einen Überschuss an Insulin im Blut. Darauf reagieren die Körperzellen und verringern die Anzahl und die Ansprechbarkeit ihrer Insulinrezeptoren auf der Zelloberfläche. Ein tückischer Kreislauf ist in Gang gesetzt worden und nach einigen Jahren ist die Bauchspeicheldrüse nicht mehr in der Lage, den stetig wachsenden Insulinbedarf zu decken.

Auch ein körpereigenes Organ produziert Fehler, wenn es dauerhaft Höchstleistungen erbringen muss. Fachleute sprechen bei der Bauchspeicheldrüse dann von einer Insulinsekretionsstörung.

Das Hormon gelangt hierbei zeitlich verzögert zu den Zellen und entfaltet erst seine Schlüsselfunktion an den Zellhüllen, wenn im Blut schon hohe Zuckerwerte vorhanden sind. Bei Gesunden werden diese Blutzucker-Spitzen nach den Mahlzeiten durch eine rechtzeitige Insulinverfügbarkeit abgefangen.

Übergewicht oft Grundlage des Typ-2 Diabetes

Zusammengefasst entwickelt sich ein Typ-2 Diabetes oft auf der Grundlage eines deutlichen Übergewichtes. Betroffene Menschen haben in der Anfangsphase nach dem Essen (postprandial) Blutzuckerwerte oberhalb der Norm. Ärzte verwenden hierfür den Begriff der "gestörten Glukosetoleranz". Bisweilen erst Jahre später ist auch der nüchtern gemessene Blutzucker krankhaft erhöht. Erst dann gilt der Erkrankte als Diabetiker.

Häufig vergehen zehn und mehr Jahre, bis der Typ-2 Diabetes als behandlungsbedürftige Erkrankung erkannt wird, da er in dieser Zeit bei den Betroffenen keine besonders auffälligen Symptome verursacht. Im Vordergrund steht eine steigende Urinproduktion (Harndrang) und infolgedessen zunehmender Durst, denn eine der Funktionen der Nieren besteht darin, überschüssige Glukose aus dem Blut abzutransportieren.

Andere Warnzeichen

Weitere Anzeichen sind Wundheilungsstörungen, die kontinuierliche Verminderung der Sehstärke sowie ein Nachlassen der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit aufgrund der hohen Blutzuckerwerte.

Die als metabolisches Syndrom bezeichnete Kombination von Übergewicht, Typ-2 Diabetes, Fettstoffwechselstörung und Bluthochdruck ist besonders gefährlich. Erforderlich ist eine umfassende Therapie mit dem Ziel, für alle vier Problembereiche die medizinischen Normalwerte zu erreichen.