Diabetes » Diabetes Therapie

Diabetes Therapie

Typ-1 Diabetes

Das körpereigene Immunsystem erkennt beim Typ-1 Diabetes die Insulin produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse als Fremdkörper und zerstört diese. Deshalb muss bei der Therapie in diesem Fall sofort mit der Verabreichung von Insulin begonnen werden. Beim  Typ-1 ist man folglich ein Leben lang auf  künstlich hergestelltes Insulin angewiesen. Das Ziel der Therapie ist die Regulierung des Blutzuckerspiegels und die Normalisierung des Stoffwechsels. Im Zuge der Behandlung sollten der HbA1c-Wert (Langzeitzucker-Wert), der angibt wie viel Hämoglobin sich mit reiner Glukose verbindet, und der Blutdruck reguliert werden. Außerdem sollten in regelmäßigen Abständen Nieren, Augen, Füße, Blutfette und Herz aufgrund der Gefahr von Folgeerkrankungen untersucht werden.
 
Bei Typ-1 Diabetes besteht die Möglichkeit verschiedener Insulintherapien. Welche Form im jeweiligen Fall günstig ist, entscheidet der zuständige Arzt. Möglich sind eine ergänzende Insulintherapie, die konventionelle Insulintherapie sowie eine intensivierte Insulintherapie. Bei Typ-1 Patienten kommt vorwiegend nur eine intensivierte Behandlung in Frage, da der Körper selbstständig kein Insulin für den Stoffwechsel zur Verfügung hat. Diese Form der Therapie ermöglicht einen flexiblen Alltag und ist nicht zwangsläufig an fixe Essenszeiten gebunden, allerdings muss der Blutzucker im Gegenzug mehrmals täglich kontrolliert werden.

Typ-2 Diabetes


Wesentlich an der Krankheitsentstehung beteiligt ist die bereits beschriebene Verminderung der Insulinempfindlichkeit der Muskelzellen (Insulinresistenz) in Verbindung mit einem deutlichen Übergewicht und unzureichender körperlicher Bewegung sowie die gestörte Insulinfreisetzung aus der Bauchspeicheldrüse.

Jede gezielte Therapie setzt deshalb vorrangig an einer individuellen Ernährungs- und Bewegungsberatung an. Können die Behandlungsziele so nicht erreicht werden, wird der Arzt mit dem Patienten eine medikamentöse Therapie besprechen.

In dieser 2. Behandlungsstufe kommen hauptsächlich blutzuckersenkende Tabletten mit unterschiedlichen Wirkmechanismen zum Einsatz. Verlieren die Beta-Zellen in der Bauchspeicheldrüse im Krankheitsverlauf durch Erschöpfung ihre Fähigkeit zur Insulinproduktion, benötigt in der 3. Behandlungsstufe auch ein Typ-2 Diabetiker eine Insulintherapie. In Österreich sind das ca. 90.000 Patienten.

Gestationsdiabetes

Wird ein Gestationsdiabetes rechtzeitig erkannt, kann in der Regel erfolgreich eingegriffen werden. Bei 85 % aller Betroffenen reicht es aus, durch eine individuelle Ernährungsumstellung unter fachlicher Anleitung die Blutzuckerwerte zu normalisieren. Bleiben die Werte erhöht, muss für den Rest der Schwangerschaft Insulin gespritzt werden. Wichtig ist die regelmäßige Kontrolle durch den behandelnden Arzt. Auch Sport kann positiv zur Gesundung beitragen, da der Blutzuckerspiegel durch körperliche Aktivität gesenkt wird.

Auch wenn sich Gestationsdiabetes nach der Entbindung in der Regel zurückbildet: Eine sorgfältige Nachsorge ist wichtig, um Folgeschäden zu vermeiden.